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twistit
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Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun...
oder sind es seit neustem nur noch acht Planeten?
vor der Entdeckung des Plutos hiess es,
man verachte einen Menschen in seinem Unglück nie!
jetzt, seit Pluto kein Planet mehr ist, sagt man ganz akademisch,
mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.
wer soll sich das denn merken? ich, ich wär für was einfachres,
wieso wird der Neptun von nun an nicht einfach Pluto genannt?
mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Planeten,
und zählen lernt man nebenbei gratis und franko dazu.
zähl die Worte und du weisst wieviele Planeten es gibt!

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lost
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14.06.2008, 01:47 / 2 x geändert
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wovon spricht dieser Text? woraufhin zielt er
denn wohl (so er überhaupt zielt)?
drei Ansätze.
[1] - geht es etwa darum, dass dem Menschen keine Erkenntnis davon möglich ist, wie viele Planeten bzw. Worte das Universum enthält? somit ein philosophischer Text, eine versifiziert dargebotene Kritik der reinen Vernunft mit implizitem Aufruf, das Wesen hinter dem Schein zu suchen, e.g. Anstachelung zu einer buddhistisch geprägten Gesinnung und insofern letzlich eine latent humanistische Geste der Solidarität mit Tibet?
[2] - oder versteht der Text sich als Referenzierung des Rousseau'schen Impulses* Zurück zur Natur und wäre folglich im Lichte dieses Zusammenhangs als grundsätzlich politisch motiviertes Pamphlet zu deuten, das eine metapostmoderne Rerevolution individueller Einstellungen zur Ökologisierung der Gesellschaft auf globaler Ebene anstoßen möchte?
[3] - mag auch sein, der Leser bekommt hier eine besonders hübsch kaschierte Autoren-Poetik angeboten, welche - in nuce - auf jenes hochkomplexe und äußerst beunruhigende Phänomen verweist, welches der Anglophile elegant mit der Wendung words tend to be inadequat zu fassen weiß, während Peter Handke es als die Angst des Tormanns beim Elfmeter beschreibt?
wie auch immer - obwohl ich diesen Text nicht verstehe, inspirierte er mich zu einer eigenen kleinen Schreiberei (link). ich bin stets sehr glücklich, wenn ich ein wenig Inspiration erhalte. so lots of thanks to you, twistit!
mehr an Kommentar fällt mir nun leider nicht ein.
best, lost.
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* Rousseau, Zitate:- "Allmächtiger Gott, befreie uns von der Erleuchtung unserer Väter: führe uns zurück zur Einfalt, Unschuld und Armut, den einzigen Gütern, welche unser Glück befördern ..."
- "Wenn die Natur uns dazu bestimmt hat, gesund zu sein, so wage ich fast zu behaupten, daß der Stand (Zustand) der Reflexion ein Stand gegen die Natur, daß ein Mensch, der denkt, ein entartetes Wesen ist."
(zitiert nach: Störig, Hans Joachim, Weltgeschichte der Philosophie, Fischer Taschenbuch Verlag GmbH, Frankfurt/M 1987, Seite 375)

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twistit²
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Werter Lost.
Ich danke dir bestens für deinen Kommentar
und die Interpretation meiner wenigen Zeilen.
So fest überlegt waren sie aber nicht,
einfach gedacht und kurzerhand aufgeschrieben.
Wenn ich nun - wie in einem Multiple Choice - wählen müsste,
ich hätte keinen Treffer und nicht nur eine Antwort.
Mit dem ersten Teil der Nummer [1] geh ich einig,
jedenfalls im Moment, denn Erkenntnis kann sich wandeln
und neue Kategorien werden erschaffen und definiert
und mit Unterkategorien verfeinert und neu geordnet.
Dass der Schein trügen kann,
das sollte einfach zu begreifen sein,
wenn unter anderem optische und visuelle "Wunder",
einfach physikalisch dargestellt werden können.
Mein vermuteter Aufruf wie im zweitem Satz,
sich buddhistisch zu gesinnen, ist nicht beabsichtigt
und auch nicht unbedingt erwünscht.
Wer sich aber mit Benachteiligten solidarisieren will,
der soll das tun und es schadet nicht, ich sag es Allen.
Aber hört nicht nur, was die Einen sagen,
die Anderen haben auch eine Meinung,
nur sprechen sie oft eine andere Sprache.
Und religiöse Ansichten und Absichten
wollte ich ich in meinem Text nicht ausdrücken.
Zu Nummer [2], Rousseau, den muss ich lesen
und ich werde es tun, denn so wie kurz quergelesen,
teile ich ein paar seiner Gedanken,
sorry ich bin ohne Quelle, ein kleiner Banause,
dafür ein erprobter Autodidakt.
Ich versuche zu verstehen und übe mich im Deuten:
"eine metapostmoderne Rerevolution individueller Einstellungen zur Ökologisierung der Gesellschaft auf globaler Ebene" ???
Eine Postmoderne Rerevolution tönt gut
und auf mehreren Ebenen ebenso.
Die Begriffe "individuelle Einstellung" und "Ökologisierung de Gesellschaft"
greifen mir zu wenig weit.
Und "auf globaler Ebene" ist zu hoch geschwungen.
Für den Bereich Bildung und Erziehung
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eventuell nach Rousseau
oder sonst einem berühmten Philosophen
Ist es denn wichtig die Namen der acht oder eben neun Planeten zu wissen?
Wenn ja, wieso wird dann nicht jedem Planeten sein eigener Anfangsbuchstabe gegeben?
Wie ist der Zusammenhang zwischen den Wochentagen und den Planeten?
Äh Mars oder Merkur: welcher Planet ist nun näher zur Sonne?
wir haben auf der Strasse 100 Leute gefragt:
wie viele haben es "richtig"?
wie viele haben die "richtige" Antwort erraten?
Das führt zu weit, hier weiter meine Gedanken zu erklären,
begleitet immerhin flott zu Nummer [3] und Peter Handkes "Angst des Torwarts"
Denn der Torwart, der weiss die Antwort meistens nicht,
er ist derjenige, der sich zuerst und vor allem definitiv,
für eine Ecke entscheiden muss.
Der Andere mit dem Ball vor den Füssen,
der kann sich noch kurzfristig umentscheiden,
seinen schnell scheinenden Anlauf gekonnt und
plötzlich,
verzögern...
...und warten
warten,
bis sich der Tor"hüter" entscheidet
und der "Schütze" ist erfolgreich, sofern er die Technik beherrscht
und seine Nerven im Zaume hält.
Aber welche Angst verspürt der "Schütze"?
wenn er, die Ecke bereits ausgewählt,
dieselbe Ecke in die der Torhüter "hechtet"?
Man erwartet, das er trifft
die Quoten stehen zu seinen Gunsten
und man freut sich mit ihm, wenn er trifft.
Doch erst der Torwart,
sofern er pariert,
der wird gefeiert
und geehrt.
Und somit zu deiner Grundfrage.
Dieser Text spricht und zielt nicht
und lässt bewusst offen
lässt Platz für zwischen den Zeilen.
(hätte ich doppelten Zeilenabstand verwenden können?)
und so freuen mich deine drei Ansätze und vor allem
deine erzählte "Heimsuchung".
Die Versprechungen deines Vaters sind leidenschaftlich geschrieben
und die kursiven Stellen sind bestens gesetzt und erzielen ihre Wirkung.
Ein Genuss, diesen Text wieder und wieder zu lesen.
Und ich wünsche dir, um "Zurück zur Natur" zu gelangen,
viele laue, wolkenarme und fremdlichtfreie Nachthimmel
und gute Gedanken
Zu guter letzt sagt mir Rousseau, unbestätigt per Internet:
«Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern darin, dass er nicht tun muss, was er nicht will.»
Liebe Grüsse
twistit

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augustine
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Hallo twistit,
du musst ja nicht unbedingt dichten können, aber wie du hier - nach Monaten - den Ball zurückwirfst, das imponiert mir.
Nächtliche Grüße, auch an die Sterne, die du vielleicht siehst. augustine

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