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augustine
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02.04.2008, 20:13 / 1 x geändert
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DIEJUNGEALLGEMEINEPREUSSISCHEIDEASPECTRALFREIHEIT oder:
LOB DER DISTANZ oder:
DAS DENKEN DER DIFFERENZEN
hinter der immergrün abweisenden hecke,
hochgewachsen und immer höher, ein bescheidenes haus.
die gehenden rechts und links, jeder auf seinem weg, bleiben schemen,
verweilen nicht, aber grüßen einander höflich,
wenn auch, da nicht bekannt, ohne namen.
irgendwann anspruchsloses nachbarliches plaudern
am gartentor,
bald danach einladung zum abendlichen glasweingespräch
ins immerkalte haus,
wobei sich dann schnell die bildung gewaltig türmt
in gestalt von lexika ab, sagen wir mal, 1870.
die reden drängen nach übereinstimmungen über
den heiland, den wir kennen,
und darüber, wie die richtige welt sein sollte,
die wir nicht kennen,
über das heil von einrichtungen wie atomkraftwerken
und das unheil von einrichtungen wie kitas.
dann leider ein faux pas,
ein sprung über die hecke,
das 'du'.
daraufhin weinlizensiert erstmals nicht verborgen:
das bekenntnis zum standort am rechten rand,
für argumente jetzt endgültig nicht mehr erreichbar.
"wir sind rechts. du bist links."
so ist das nun.
ich nehm es als auszeichnung.
das walte gott.
augustine jedenfalls waltet es nicht

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zuppanova
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"DIE JUNGE ALLGEMEINE PREUSSISCHE IDEA? SPECTRAL FREIHEIT"
augustine, an der markierten stelle stolpert sie immer, die zuppa: fehlt da was, oder doch nicht ...?
ansonsten: hat mir auf anhieb gut gefallen, dein "LOB(lied) DER DISTANZ", dein "DIFFERENZEN-DENKEN". es kommt in gutes, solides sprachmaterial gekleidet daher (gerade die sich in gestalt von lexika gewaltig türmende bildung hat es mir angetan, aber auch die immergrün abweisende hecke sowie der sprung über selbige: das fatal bekenntnisauslösende du), befleißigt sich des bewährt trockenen augustinalen tones, geht souverän seinen weg von der exposition bis zur klimax, und zeigt, wiewohl als persönliche notiz, als individuell erlebtes kleines nachbarschaftsdramolett verfasst, doch die abkluften und unterklüftungen auf, die es geben mag, hier, in diesem unserem lande, zwischen jenen, diesen und anderen.
lg von der nachmittagszuppa.

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augustine²
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15.04.2008, 17:40 / 1 x geändert
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Danke, liebe zuppa, du hast mich verstanden.
Und dass du die durcheinander geworfenen Zeitungstitel nicht richtig sortiert hast, das ehrt dich.
Die heißen:
JUNGE FREIHEIT (war mal unter Beobachtung durch Verfassungsschutz)
PREUSSISCHE ALLGEMEINE (Vertriebene ...)
IDEA SPECTRUM (christlich evangelikal)
Und "das mit den Juden": "können wir nicht mal aufhören damit, immer in Sack und Asche zu gehen?"
Wen's interessiert, der kann lesen ...
Hat jemand von euch schon einmal wem das 'Sie' angeboten?
mir ist danach. Grüße von augustine

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zuppanova
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jessas, jessas, auf die idee, dass sich da zeitungen im titel verbergen, wär ich im leben nie gekommen: arglos und einödisch naiv hab ich von keinem dieser blätter je gehört ...

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Jolante
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Liebe augustine,
es hat sich gelohnt, auf zuppas Kommentar zu warten. Sie kann es besser als ich: sagen, was deine eindrücklichen Zeilen auch mir zu sagen haben. Ich halte es mit dem Lob der Distanz, auch wenn mir nachbarliches Näherkommen manchmal durchaus erwünscht ist. Du hast in deinen kurzen, trefflich formulierten Text sehr viel hineingepackt, was nachdenkenswert ist und was unüberwindliche Differenzen kurz und lakonisch pointiert. Doch hat sich mir nicht klar erschlossen, was mit der Zeile, "den Heiland, den wir kennen" gemeint ist. Kennen wir denn überhaupt d e n Heiland oder e i n e n Heiland im wörtlichen Sinne von "kennen"? Oder Ist hier Hitler gemeint? Vielleicht kannst du darüber noch aufklären die zur Zeit etwas denkschwache
Jolante

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augustine²
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16.04.2008, 15:25 / 8 x geändert
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liebe Jolante,
danke für deinem kommentar.
Der "heiland", den wir kennen, das ist eben auch satire: die Evangelikalen jedweder couleur wissen doch ganz genau, wer er ist, was er will, was man tun und vor allem auch, was man lassen muss; sie 'wissen' es geradezu himmelschreiend genau, und natürlich alle anders ...
Da sich das nun (mit diesem vertrackten 'du' zunehmend) verband mit nachdrücklicher vertretenen meinungen aus dem idea spectrum, demzufolge die atomkraftwerke sicher seien (und hier rund um Hamburg gab es währenddessen nacheinander mehrere zwischenfälle!) und (enkel-)kinder von ihren müttern erzogen werden müssten und nicht etwa in kitas, ist es eigentlich sogar klartext zu sagen: "die welt, die wir nicht kennen" - unfreiwillig klartext und dadurch selbstgemachte satire ...
liebe grüße, augustine
Hier noch links auf ein paar Fundstücke:
PREUSSISCHE ALLGEMEINE (ZEITUNG):
das hier
IDEA SPECTRUM:
dies vielleicht
die JUNGE FREIHEIT dagegen
ist gaaaanz harmlos

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