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augustine
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02.04.2008, 19:56 / 4 x geändert
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Saß ich da in der U-Bahn. Kommen zwei Penner herein. Einer setzt sich mir gegenüber, der andere an den Rand des anderen Vierers. Der bei mir steckt sich zum Gespräch mit dem Kumpel die Ohrwürmer rein. Aber der steigt gleich wieder aus. Ein Hund ist dabei, sitzt artig zwischen dem Verbliebenen und mir. Dreht artig den Kopf zum Herrchen und steckt seine Zunge heraus. Der auch. Sie schlecken sich ab.
gesehen von augustine

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Jolante
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Der Mini-Text steht unter der Kategorie "Gedichte - Alltag", aber ein Gedicht ist er nicht wirklich. Er beginnt wie ein Witz, der sich allerdings nicht in einer zu einem befreienden Lachen anregenden Pointe auflöst, sondern in einer drastischen Aussage, die -zumindest mich- schaudern lässt. Penner und Hund schlecken sich ab, das ist eklig. Und dieser Ekel ist es, der mich über diesen Witz, der keiner ist, sinnieren und zu dem allseits bekannten Schluss kommen lässt: "Wir sind in unserer Gesellschaft ganz schön auf den Hund gekommen." - Ein augustinischer Blickwinkel, der betroffen macht.
Es grüßt
Jolante

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Vladimir
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Diesen Unterschied dass vom einen etwas als eklig empfunden wird, was der andere als Ausdruck von Zärtlichkeit unbekümmert und ungeachtet dieses einen tut, find ich viel interessanter.
Abgesehen davon scheinen sie sich ja immerhin Musik in tragbarer Form leisten zu können, wenn ich die Ohrwürmer richtig verstehe. Blockieren die da nicht den Gang?
Grüße,
Vladimir

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augustine²
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Ist das nicht als Satire zu erkennen, Vladimir, das Sich-Zustöpseln buchstäblich selbst da, wo ein Kumpel zum Reden da war?
Ich hab', als der weg war (der Wagen aber noch gut besetzt, tollkühn bin ich nicht), mit dem Mann zu reden versucht; so etwa: ein Hund leckt doch nun mal an allem, was auf der Straße gut riecht ... Nein, nein, seiner nicht, seiner sei sauber ...
Grüße und Wünsche! augustine

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