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Gretchen
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31.03.2008, 01:33 / 3 x geändert
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Mach mir Püree
(Ein Liebeslied, was sonst ...)
Die Instant-Liebe schmeckt mir nicht:
Verdammtes Junk-Food-Einerlei.
Ich will ein Originalgericht .
Los, mach mir den Kartoffelbrei.
Mach mir Püree, das echte, feine.
Nimm Bintje, die kocht mehlig weich.
Nimm Alpenmilch, die volle, reine
und Butterflöckchen, kühl und bleich.
Lass mich die Muskatprise reiben,
dann wird dies herzhafte Gericht,
das wir uns zweisam einverleiben,
zum wohlpürierten Leib-Gedicht.
(Fiel mir ein, als kürzlich einer mir erklärte, wie er Kartoffelbrei macht.
Ist also echt ein Gelegenheitsgedicht, so nebenbei ...)
Und bebildert könnte das so aussehen:

Oder auch so:

[pdf] Gretchen2008-Mach mir Pühreh
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Schreibtisch
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...gehts auch mal um Rezepte!
Wichtig ist beim Kartoffelbrei natürlich,
dass wir die Milch warm machen, bissl Sahne gar?
damit der Brei nicht kalt...
und vor allem, dass er nur sanft zerdrückt
auf gar keinen Fall mit schnellen, scharfen Messern...
auch dann nicht, wenns Zauberstab heißt...
sonst wirds zu stärkig...
Ich schätze auch die lauchige Variante, die schnittige.
Instant? Never!
In keinem Kopf, äh, Topf, niemals.
Ein echtes "Gretchen"!

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Gretchen²
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... danke fürs mitkochen, Schreibtisch. milch, ja, okeeh, wird
heiß gemacht, klaro, und natürlich immer stampfen oder drücken,
nie schneiden, jawoll. was kochen wir denn als nächstes hier im
literarischen kochstudio? gibt es ideen? wünsche? lieblingsspeisen?
und dann hätt ich da noch ne frage (geht an alle):
stellt euch mal vor, ihr sitzt zu zweit in einer XXL-badewanne mit vergoldeten
löwentatzenfüßen unten dran, und schlemmtet (iss nen konjunktiv!) dieses feine
kartoffelpühreh: äßet (bisschen konjunktiv üben!) ihr es nun lieber mit stilvollen,
großen, schweren, langzinkigen gabeln, oder bevorzugtet ihr löffel? fragt ...
. . . . . . . .... die köchin vom dienst,
. . . . . . . Greta M. Körner
. . . . . . . . . . . . . . . . . .  -> zum Panzerkoitus

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Schreibtisch
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bol+löffel, Dessertlöffel
dazu Proseccowassonst mit einem kleinen Schuss Ingwersirup
wirkt dem Glyx-gau entgegen
übrigens gibts in der Lichtfleckenausstellung in Dresden, die zuppa erwähnte,
auch Kochrezepte, die die Frauen festgehalten und ausgetauscht haben, hab ich gelesen

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Schneeflocke
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23.05.2008, 16:30 / 1 x geändert
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Hallo Gretchen,
so wie ich es laienhaft sehe - da ist es leicht holprig in der 1.Z.1.Str....
Da ich aber annehme, dass du das absichtlich so konstruiert hast,
möchte ich gerne deine Begründung dazu hören (man lernt nie aus).
Sonst hätte ich hier vielleicht einen kosmetischen Vorschlag:
"Die Instant-Liebe, sie schmeckt mir nicht:"
Grüße
Schneeflocke

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augustine
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Vielleicht kennt ihr beiden euch, und du glaubtest meckern zu müssen, Schneeflocke. Ein bisschen sonderbar bis befremdlich ist es ja in jedem Fall, dass du dich hier mit einer Maulerei einführst -
zumal du nicht mal recht hast. Du solltest dich nicht dümmlich "laienhaft" äußern, sondern dich erstmal im Metrum kundig machen; da holpert nur das "Originalgericht" (weil wir 'Orginalgericht' sprechen), und in einem Gelegenheitsgedicht halte ich das für verzeihlich.
Bevor man seine Beiträge wegschickt, sollte man sie übrigens Korrektur lesen. Jedenfalls hier ist das so üblich.
augustine

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Schneeflocke
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23.05.2008, 23:24 / 1 x geändert
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Hallo augustine,
oje warum denkst du, ich meckere? Im Gegenteil - ich bin begeistert und frage höflich an. Denn mich interessiert die Metrik.
Und in diesem Gedicht ist sie ja interessant.
Gerade durch das Wort "Originalgericht", das hatte Gretchen sicher ganz gezielt eingefügt. Ich frage mich, warum ihr entgangen ist, dass die 1 und 3. Z. harmonieren sollten. Aber: nobody ist perfect. Und hier ist es nur ein Kavaliersdelikt....
(warum die Aufregung denn…?)
Grüße
Schneeflocke
Die Instant-Liebe, (sie) schmeckt mir nicht: (=Vorschlag)
Verdammtes Junk-Food-Einerlei.
Ich will ein Originalgericht .
Los, mach mir den Kartoffelbrei.
xXxXx(x)XxX
xXxXxXxX
xXxXxxXxX
xXxXxXxX
Mach mir Pühreh, das echte, feine.
Nimm Bintje, die kocht mehlig weich.
Nimm Alpenmilch, die volle, reine
und Butterflöckchen, kühl und bleich.
xXxXxXxXx
xXxXxXxX
xXxXxXxXx
xXxXxXxX
2.Str.= gleich wie 3.Str.

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Gretchen²
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Hei Schneeflocke und augustine, ich versuch mal zu erläutern, warum ich das Pühreh (ist auch absichtlich falsch geschrieben) so gekocht hab wie es da steht, und nicht anders.
Silben zählen ist nicht schwer. Acht Silben in der ersten wie auch in der zweiten und auch vierten Zeile der ersten Strophe des Gedichts (ach, diese Genitive alle ...), ganz regelmäßig betont/unbetont im Wechsel (=> "entschieden jambisch"), Zeilenenden in der ersten Strophe immer betont, also männlich. Metrisch verändert sich - na, wo verändert sich metrisch was? - natürlich, ja, beim Originalgericht in der dritten Zeile. Und warum?
Warum verändert sich grade da, an der Stelle, bei dem Wort was? Das ist kein Zufall, sondern tatsächlich Absicht - ein unauffälliger, tänzelnder Ausfallschritt, ein kleiner springender i-Tupfer, dezenter Akzent, ein Fingerzeig-lein auf das Or(i)ginalgericht, um es formal hervorzuheben (auch lautlich, mit den i-i-i's) und abzusetzen vom zuvor genannten Junk-Food-Einerlei, denn darum (um den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen) geht es schließlich (im übertragenen Sinn) in diesem Gedicht - um das (nicht ganz glatte) Or(i)ginale als Gegenpol zum Junkfood.
Es wär ja ein leichtes, erste und dritte Zeile silbenzahlgleich aufzubauen, indem statt "Originalgericht" z.B. "leckeres Gericht" oder "herzhaftes Gericht" oder wasauchimmer eingesetzt wird und Zeile drei somit bei acht Silben bleibt, oder aber, wie von Schneeflocke vorgeschlagen, Silbenzahlanpassung durch eine Erweiterung der ersten Zeile auf neun Silben; wobei ich diese Variante hier keinesfalls wählen möchte, da sie mir das Frische, Entschiedene aus dem Start zöge, mir den Anfang verschleppte und durch die Unterbrechung des jambischen Maßes dem Text gleich am Beginn den Schwung nähme. Ich denke aber: So, nämlich silbenmäßig gleichgeschaltet, wäre das Pühreh entschieden fader. Die erste Zeile bleibt also wie sie ist, und das "Originalgericht" in der dritten Zeile ist die Würze, die Prise Salz am/im Gedicht.
Die Instant-Liebe schmeckt mir nicht:
Verdammtes Junk-Food-Einerlei.
Ich will ein Originalgericht.
Los, mach mir den Kartoffelbrei.
Ja, das sind so meine Gedanken dazu.
. . . . . . . Grüße vom Gretchen!
. . . . . . . . . . . . . . . . . .  -> Deutsh spoken!
(Zweite und dritte Strophe funktionieren anders als die erste, i.e. die Endungen sind männlich und weiblich schön im Wechsel und alles ist glatt und silbensymmetrisch gebaut. Wiederum Absicht und nicht "einfach so geworden", sondern Verschränkung von Aussage und Form undsoweiter, und auch um dieses mir wichtigen Unterschiedes willen zwischen Bauart der ersten und Bauart der anderen Strophen soll der acht-Silben-Aufbau zu Beginn stehen bleiben.)

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Schneeflocke
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Hallo Gretchen,
vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. Es war genau das, was ich von dir hören wollte. Deine Erklärung ist sehr, sehr, sehr klug begründet. Ob dein I-Tupfer - ein I-Tupfer, oder einen Un-Fall - ist, darüber ließe sich streiten, denn das Ganze was darauf gefolgt ist, ist nur die Frage der Geschmaksrichtung und des gutes Willens. Und die Notwendigkeit, das Gesicht zu wahren. Ich habe von deinem Kommi natürlich viel gelernt und werde deine Argumente gelegentlich auch anwenden.
Und ich hoffe, es ist dir inzwischen längst klar geworden, warum ich gerade dieses Gedicht unter die Lupe genommen habe.
liebe Grüße von
Schneeflocke

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Gretchen²
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25.05.2008, 12:46 / 2 x geändert
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Warum Du gerade dieses Gedicht herausgepickt hattest, war mir von Anfang an klar, Schneeflocke. Neugierig war ich, was genau Du weiter damit beginnen wolltest - aber das hast Du mir ja nun gezeigt ... naja, ich hoffe, Deine kleine Rache-Blutwurst schmeckt Dir so gut wie mir mein originales Pühreh. Wenn Du demnächst jemanden zitierst bzw. Dir Formulierungen ausleihst von wem, weil Du selber keine passenden findest, dann mach das doch bitte auch kenntlich. Man tut das, um nicht in den Geruch plagiativer Machenschaften zu kommen.
. . . . . . . Freundlich kariert grüßt Gretchen
. . . . . . . . . . . . . aka -> Margret von dem Güldenmund
. . . . . . . . . . . . . aka -> Heidrun Xirzenbach
. . . . . . . . . . . . . aka -> Pegamund
. . . . . . . . . . . . . aka -> Hexi 18
. . . . . . . . . . . . . aka -> Moonlightqueen
(... und möge sie Dir keine Verdauungsbeschwerden machen, die Blutwurst ...)

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Schneeflocke
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25.05.2008, 23:38 / 4 x geändert
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Hallo Gretchen,
ich musst lächelnd zugeben, das Gericht (das ich hier gekocht habe) ist köstlich, tja fast exquisit geworden.
Weil ich dabei schon lange nicht so viel geschmunzelt habe,
wie in den letzten Tagen mit Dir.
Und dafür bin ich Dir natürlich sehr dankbar und verbunden.
Denn in diesem grauen Tränental ist mir das Lachen schon sehr, sehr, sehr kostbar.
Dir sei Dank für diese wertvollen Augenblicke!
Ich werde auch in der Zukunft versuchen, von dir eifrig zu lernen.
LG deine Schülerin
Schneeflocke

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Gretchen²
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26.05.2008, 06:59 / 1 x geändert
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Machmaa halblang mittie Bücklinge und Kratzfüßchen, sonz krisse ne Rüggrattvakrümmung ... naja, wahrscheinlich hasse gaa kainz ...
(Übersetzung: Vorsicht! Du könntest Dir durch zu viele Bücklinge und Kratzfüßchen eine Verkrümmung des Rückgrats zuziehen.)
. . . . . . . Krötengrüße
. . . . . . . . . . . . . . . . . .  -> zur Dichte

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Schneeflocke
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26.05.2008, 12:49 / 1 x geändert
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hallo Gretchen,
.... bla, bla, bla ....
Warte mal, du inspirierst mich gerade zu einem Gedicht! *g*
(Gedichte bis 16.Zeilen)
So und ab jetzt schlage ich vor, wir begraben den Kriegsbeil
und haben uns wieder ganz, ganz lieb, hehe. ;)
LG Schneeflocke

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Elise
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Vorschlag aus der Moderatorenecke:
Krieg- und Friedensverhandlungen per PN, kein Spam mehr in diesen Faden, sondern textbezogene Beiträge (weiteres blablabla wird entfernt). Rückmeldungen zu diesem Statement ebenfalls per PN an mich.
Elise

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Jochen18
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19.11.2011, 16:05 / 3 x geändert
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Was mir an diesem Juwel am Besten gefällt, ist die erzwungene Falschbetonung auf "Muskatprise". Das ist im Verskontext ein mise en abyme in Vollendung. Man(n) fühlt beim Lesen körperlich den Stellungswechsel, liegt plötzlich unten und freut sich. Denn ab jetzt wird der Rhythmus von der Obliegenden bestimmt. Und, oh wunderbares Wunder: Es ist der gleiche Rhythmus wie zuvor!
Die Dichterin zelebriert Emanzipation auf der leisesten und gleichzeitig durchschlagendsten, dauerhaftesten Ebene, wo da gibt: Der Form.
BRAVA!

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