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      der-romantiker



Der Traum

   22.03.2008, 17:53 / 1 x geändert



Der Traum

Wenn ich träume, so ist der Traum für mich die reale Welt. Ich kann mir im Traum nicht vorstellen dass es noch eine andere Welt gibt. Ich bin dort gefangen und es gibt keinen Ausweg, an einen Ausweg zu denken ist so unsinnig wie der Versuch, diese Welt in der ich diese Zeilen schreibe, in sagen wir mal, eine andere Dimension zu verlassen. So gebe ich in dieser surrealen Welt meine ganze Kraft um einem grausamen Monster oder meiner Exfrau zu entkommen und natürlich findet diese Flucht durch eine knöcheltiefe sirupartige Masse statt. Das seelische Leiden ist in solchen Momenten beispiellos. Dieser Sirup der immer dann in Erscheinung tritt wenn man es unglaublich eilig hat ist wohl so eine Art Naturgesetz in dieser Welt. Träume sind unser zweites Leben, viele vergessen das oder wollen es nicht wahr haben, wahrscheinlich vergessen oder ignorieren es alle weil unser Verstand nun einmal begrenzt ist. Mit einer Ausnahme. Diese Ausnahme hat einen unaussprechlichen Namen, bei dessen Klang man reflexartig „Gesundheit“ sagen möchte. Aborigines. Als diese vor 20 000 Jahren mit ausgehöhlten Baumstämmen über den Pazifik paddelten, hatten sie viel Zeit und Muße sich über die Welt so ihre Gedanken zu machen. Und so passierte in ihren Köpfen das was später in der Philosophie als Erkennen ohne Wissen umschrieben wurde. In dem Wechsel zwischen ereignislosen Tagen auf dem Meer und den Abenteuern in ihren Träumen kamen sie zu der Erkenntnis das nur der Traum die wirkliche Welt ist und das was wir als Realität bezeichnen so eine Art Hilfswelt, wo man viel Scheiße bauen und Spass haben kann. Für uns aufgeklärte Europäer eine eher skurrile Vorstellung. Betrachtet man dies wissenschaftlich, so kommt man aber unwillkürlich in Erklärungsnöten. Um eine dieser beiden Welten zur Hauptwelt zu erklären bleibt nur das Argument der Kausalität. Unsere Welt begründet sich auf Ereignisse die wiederum Folgen nach sich ziehen. Das Prinzip von Ursache und Wirkung. Die Handlungen im Traum hingegen bedürfen keiner Begründung. Sie sind einfach da. Sie haben keine Geschichte, sie haben nur Gegenwart. Und das macht sie so unberechenbar. Die Gegenwart darf so oft wiederkommen wie es der Gegenwart beliebt. Elysium oder Arschkarte. Nicht beeinflussbar, nicht vorhersehbar. Nach einem wunderbaren harmonischen Tag schließt man die Augen und hofft dass am nächsten Morgen der Himmel blau, die Frau liebevoll und der Mülleimer leer ist. Doch mitten in der Nacht wacht man auf, das Herz arbeitet wie ein Maschinengewehr. Der Körper ist im Besitz eines anderen Wesens und versteht die einfachsten Befehle, wie bitte Schreien oder aufstehen und pullern gehen nicht. Die Aboriginewelt hat dich noch lieb und will dir nicht gleich die Ausreise genehmigen. Der erste klare Gedanke in unserer Welt ist, jetzt muss ich sterben und dann kommt auch gleich die Erinnerung und der zweite Gedanke, dies hatte ich ja grade im Traum erledigt.

 

      Gretchen



RE: Der Traum

   22.03.2008, 19:47



Hei, romantiker,

Du hast diesen Text bei Entwürfe gepostet, und ich nehm mal an, dass Du ihn also für noch nicht ganz ausgereift hältst. Das seh ich genauso, und geb Dir mal ne Rückmeldung, was ich für prinzipiell problematisch hier halte (happ ja Osterpause und nix anderes zu tun).
Der grundlegende Knackpunkt für mich ist: was willst Du dem Leser eigentlich mitteilen? Was für eine Art von Text soll das sein oder werden? Ist das was Philosophisches? Soll das witzig sein, eine Glosse? Oder nen Essay? Oder hast Du ne esoterische Botschaft? Willst Du rüberbringen, dass die Aborigines die besseren Menschen sind? Ist der Text gesellschaftskritisch, und wenn ja - was genau kritisiert er denn eigentlich? Oder ist es als spontane Tagebuchnotiz gedacht?
Also, kurz und knapp - mich würde mal interessieren, ob Du die Botschaft, die Du vermitteln willst, in drei (3!) Hauptsätze packen und hinschreiben kannst - drei Hauptsätze dazu, was Du dem Leser mitteilen willst. Wenn Du diesen Gedankenkern dingfest gemacht hast, kannst Du anfangen, Dir zu überlegen, mit welchen Beispielen, Ausschmückungen, Analogien usw. Du ihn rüberbringen willst, welche Struktur Du wählen willst, um Deine Botschaft zu vermitteln, welche Stilmittel passen könnten, um einen lesbaren Text (Essay? Glosse? ...) draus zu machen.
So, wie es jetzt da steht, macht es wenig Vergnügen, wirkt durcheinander und nicht durchdacht, und kann mit viel good-will vllt. als eine persönliche, unausgegorene Notiz genommen werden (die nun aber nicht unbedingt veröffentlich sein muss).
Joa, das ist so mein Eindruck vom Text.

Grüße vom Gretchen.

 

      der-romantiker²



RE: Der Traum

   23.03.2008, 12:30



Hallo Gretchen, danke für Deine Anregung. Ich möchte keine Botschaften mit diesen Text verbreiten, denn Botschaften eines Individiums sind meines Erachtens häufig Versuche die eigene Meinung zu der Meinung der Anderen zu machen. Aber jeder hat seine Erfahrungen und daraus resultiert seine Sichtweise auf die Welt.
Um den von Dir erbetenen 3 Hauptsätzen zu entsprechen, vielleicht soviel.
Es gibt keine absolute Warheit sondern nur Unterschiedliche Perspektiven auf die Dinge.
Schon fertig. Oh Pardon, das war nur ein Hauptsatz.
Wünsch Dir ein frohes Osterfest und Du warst die erste die sich zu dem Text gäußert hat und bleibst somit in angenehmer Erinnerung. Ich bin Dir auch dankebar für Deine Offenheit.

Liebe Grüße der-romantiker




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