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semkow
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17.03.2008, 14:53 / 2 x geändert
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lkj

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lost
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[semkow, ich werde nun unbemäntelt, authentisch und direkt hinschreiben, was dieser Text hervorruft in mir. anders kann ich nicht, denn ich bin zu alt, um mich zu verbiegen. es tut mir leid. und dieses "es tut mir leid" ist nicht zynisch gemeint. lost.]
las "Doro" den Text? wie war ihre Reaktion? eher günstig, nehme ich an, denn welche Dame entzückte sich nicht bei der Feststellung, sie sei lyrisches Du in einem "Liebesgedicht".
alas, ich bin keine Dame. bin nicht "Doro". Entzücken flammte mir nicht auf beim Lesen und gestehe ehrlich, dass heiße Tränen gar mir wollten strömen, Zähren des Leid's, entsprungen, entflossen meinem von diesem Text schmerzlich berührten Sprachempfindungszentrum.
weh, diese ungelenken Reime. weh, dies hilflos dem Autor ausgelieferte Metrum. weh, diese sonderbar versch(r)obene Bildhaftigkeit. weh, diese Länglichkeit des Textes, noch und noch einmal wiederholend, was längst gesagt ist, Du&Ich, WirWir, jaja, die Zeit, die gnadenlos vergehende, und plötzlich sind wir Herbst und weinen uns're heißen Zähren in die Laken mit Ellisionen hie und da. oh, aber deine gleichschenkli[?ch/g?]en Beine nachts. oh, dieses Geometrische. oh, dieses Eckenflimmern im Blaulicht deiner Morgenworte, weckend mich, ach - was bedeutet das denn, wenn nicht: "Du bist mein" (wie schwindelig mir wird! diese Tiefe! die Kryptik des Textes weht mich an!)? dann noch die Sonne, das Miststück - die zieht ihren Kreis, rücksichtslos, einfallslos, wieder und wieder, Tag für Tag, und immeraber sind wir beide Du&Ich, wir Zweien, zweien Punkten zweimal gleich, auch zweien Blättern gleich, diesen anthropomorphen Blättern gleich, welche sich klammern an des Baumes Ast, ganz ohne Hast, den bösen Winden trotzend, aber dennoch jammernd, ja, jammernd, das schon, nämlich über die verdammten Jahreszeiten, die immer alles kaputtmachen müssen, fuckit, fuckit, aber - Halt! Contenance bitte, Herrschaften, Halt-ung: Verbeugung vor dem Schicksals-Stern, dallidalli, und ergebt euch drein, jawollja, linksrechtsgradeaus (es sind entschieden zu viele Partizipien in der vorletzten Strophe! außerdem stimmt da etwas mit der Grammatik nicht!), dazu sind wir Menschen doch da, dass wir leiden (an der Liebe! an der zu knappen Zweisamkeitszeit! an Gedichten!), ach, und dann, dann Wir wieder, wir Zweien, nun plötzlich zweien Kerzen gleich (es naht die Klimax! ich spür's!), zweien Flammen wundersam, die an dem Dochte zehrend helles Licht werfen und sie flehen partizipisch (schon wieder Partizip!), zehrend flehend also bitten sie (worum? worum bitten die denn eigentlich? hmm?) um einen Aufschub, wäre er auch noch so klein, ja, so bitten sie, die beiden Kerzelein, aber es hülfet nimmer, all vergebens, all umsunst, die gnadenlosen Wächter der Zeit tun ihre Pflicht, diese empfindungslosen miesen beamtenseeligen Uhrzeiger da, die kennen kein Erbarmen, haha, watt mutt datt mutt - und doch, und doch ... über allem ein großes, unverbrüchliches, liebendes:
"Du bist mein ,Doro."

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semkow²
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wie klein muss man sein

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Marcel Frank
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Wie klein muss man sein ? So klein, dass man noch groß genug ist, wem auf die Schreibe zu pinkeln. Auch diesem Vorgang eignet ja eine Geometrie (q.e.f.) ...
lost führt als "-" an:
* Masche des Von-und-Für-Gedichts
* Reime ungelenkt
* Metrum murx
* Sprachbilder dito
* zu lang
* W
* Wozu Ellisionen, wenn's eh nicht passt
* große Themen all-you-can-eat ("Zeit", "Liebe", "Vergänglichkeit", "Haben und Sein")
* das prinzipiell Präsende
Also, der Text ist ersichtlich problematisch: Man kann von der Minus-Liste auf ihn zeigen, "ohne zu lügen / falsche Tattaschen vorzutäuschen": Size does matter ! Trotzdem: Eine Menge Gedichte sind so und Vladimir bricht an anderer Stelle (LINK) eine Lanze für das frontale Direktrausschreiben (impliziert auch "das Ziselierte"), dem ich einiges abgewinnen kann. Man muss nichts vermaulkorben.

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lost
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vermaulkorbte ich? um nicht in den Verdacht zu geraten, ich wolle vermaulkorben, schreibe ich noch einmal zwei, drei Worte.
sehet, ich habe nichts, überhaupt nichts dagegen, dass Menschen schreibend ihr Innnerstes nach außen kehren (vgl. den von Herrn Frank zitierten Vladimir'schen Ansatz / link), zeige sich dabei Schwulst, Schund oder feine Qualität.
nur - es muss, was den Autoren gestattet ist (das Herausschreiben ohne Hemmung), auch den Lesern gestattet sein - nennt man das nicht Parität? oder nennt man es "die Gleichschenkligkeit des Dreiecks", wobei der Text die Hypotenuse bildet? - wie auch immer.
wenn, sage ich noch einmal, ein Autor frei herausschreibt, was an Text(en) in ihm gärt, so muss auch ein Leser sich direkt und unverstellt erleichtern und ebenso frei herausschreiben dürfen, wonach der Text ihm stank beim Lesen. zumal, wenn dieser Leser sich (wie ich es tat) im Vorspann noch entschuldigt beim Autorn - der im übrigen zur an seinem Text geübten Kritik (Herr Frank besitzt die Güte, die angesprochenen Punkte aufzulisten) nicht Stellung nahm, sondern nur die "Kleinheit" des Lesers beschwor.
Maulkörbe also teile ich nicht aus, gewiss nicht, das ist nicht meine Absicht. aber ich verteile Taschenspiegel. manche erschrecken und/oder werden zornig auf mich, sobald sie in den Spiegel blicken, den ich ihnen hinhalte. that’s it.
lost.

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semkow²
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Nun, ich habe ein dickes Fell und nehme Kritik dankend entgegen, sonst würde ich hier auch nichts ausstellen. Mir ist sehr wohl klar, dass ich nur im Lichte einer konstruktiven Kritik an meinen Fehlern arbeiten kann. Es war ein Versuch, zugegeben mein erster und (ich entschuldige mich im Voraus)nicht mein letzter. Erlaube mir im Gegenzug eine Kritik an deiner Art zu kritisieren. Zunächst ist es keine Frage des Alters, ob man Menschen mit einem Mindestmaß an Respekt begegnet. Es gibt genügend Menschen, die selbst im hohen Alter den Spagat zwischen sachlicher Kritik und Respekt vor der Privatsphäre seines Gegenübers mühelos schaffen. Das Niveau auf dem Du kritisierst gleicht dem von Dieter Bohlen und mein Lieber Herr Tiefsinntaucher… da laufen selbst Faltschiffchen auf Sand. Und ich korrigiere mit Verlaub Marcel – es war kein „Pinkeln auf die Schreibe“ sondern ein spöttisches Urinieren ins Gesicht. Ich verstehe, dass im Schutze des anonymen Internets es einem leichter fallen muss Mut zu fassen, nur bezweifle ich stark, dass du es auch Leibhaftig vor einem Menschen wagen würdest. Man will ja auch nicht den Rest seines Lebens die Nahrung durch einen Strohhalm aufnehmen, nicht Wahr? Und wenn die Sprachempfindung die einzige Regung sein soll, die dir im hohen Alter geblieben ist, dann muss ich ebenso frei von Zynismus sagen „es tut mir leid“.

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lost
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wir haben es doch nicht nötig, nicht wahr, uns über die einem lost noch verbliebenen Regungen zu echauffieren (auch wenn mein Sprachempfinden das einzige wäre, was sich noch regte, so wäre ich doch dafür dankbar: andere haben keines, das ist weitaus schlimmer) -
"sachlich" ist ein relativer Begriff. Fakt ist: ich begegnete nicht dir oder deiner "Privatsphäre" (wenn deine Texte "Privatsphäre" sind, solltest du sie nicht ins Netz stellen, sondern sie nächtens der geliebten Doro vortragen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit), ich begegnete deinem schwach(sinnig)en Text und legte den ein oder anderen Finger in die ein oder andere Wunde. das tut weh, ich weiß, gehört aber zum "Schreibenlernen" gewiss dazu.
Pädagogik im Sinne von "ich bin ein guter Mensch und helf' dir einfühlsam bei deinem Schreibprozess" ist mir fremd. ich greife (so mir danach ist), auf, was mir entgegen kommt in einem Text und vergrößere dies, so dass jeder sehen kann, "was da nicht stimmt". dies ist meine Art zu kritisieren. daraus kann einer genug lernen, wenn er denn wirklich lernen will. ansonsten läßt er's eben bleiben und steckt den Kopf in's eig'ne Schmalz.
falls dir das "zu respektlos" ist: behalte deine Texte in der Schublade oder in deinem privaten poetischen Schreibbüchlein und stell sie nicht aus.

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