inside/outside Café · Dolphilia · ·


Z-Entwürfe · Forum für Literatur & Germanistik
 

Neue Beiträge   |   Registrierung   |   Lesungen Literatur auf YouTube - Gedichte - Forum für Literatur und Germanistik  |   dradio   |   Archiv   |   l o g i n

 
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Leseliste
~ Forenliste
~ Gäste-Chat
Literatur
~ Impressum

  Online

  Lesungen

  Piep, piep, piep...

  Aktuelle Themen

Dichte Reime

Texte zitieren auf literature-online.de

Poesiefeldambulanz

welt

Kipp-Phänomene: Brillante Rhetorik

Reise durch lit-on

Mein Buchhändler

Zwei Gedichte

Enjambements in Heyms Berlin III

G7sus4 (12-string) --> für chantal

Vatnajökull (prisma)

Achrad (6)

Trahisa (5)

Letzte Nacht

Straße

Glück ^^ Meine schönsten Aporismen !!!!!!!

Feierabendland

Ein Dogma

Distanz

in die nacht


 

      Dolphilia



inside/outside Café

   14.02.2008, 13:30



Sanft umschmeichelt Katie Melua meine Ohrmuscheln mit "9 Million Bicycles", während sich meine Geschmacksknospen mit dem Cappuccino- Sahnehäubchen beschäftigen, ziehe ich Muster in das Schokopulver und schlecke genüßlich-gierig den Löffel ab. Ich denke an Sex.

Der Fensterplatz ist ein bewusst gewählter - garantiert er mir doch den Blick in zwei konträre Welten - die draußen scheint sich schneller zu drehen, eilige Schritte, gesenkte Blicke und kein Lachen auf starren grauen Gesichtern; wie Zombies huschen die Gestalten an der Scheibe vorbei.
"Wie tot sie schon sind" huscht es mir leise über die Lippen; wohl etwas zu laut, denn die junge Frau am Nebentisch schaut verwundert in meine Richtung, wendet sich aber direkt wieder ab, bevor ich ihr ein verlegenes Lächeln hinüberschicken kann.
Hektisch zieht sie an der Zigarette, ihre Maskarastreifen zeugen von Nichtwasserfestigkeit,
meine Neugier erahnt ein Beziehungsdrama!
Ihre Nervosität harmoniert nicht mit der Stagnation des Momentes, nicht das Bild hier drinnen, vor der Scheibe.

Schräg rechts von mir ein mittlelalter dunkelhaariger Typ - der nicht um seine Chancen bei mir zu wissen scheint - unauffällig löst sich mein Blick aus den Augenwinkeln, bahnt sich den Weg in sein Gesicht.
Mich beschleicht das Gefühl, auch er beobachte mich aus den Augenwinkeln - von der Unauffälligkeit seiner Blicke überzeugt. Wir ertappten uns synchron. Meine Extrovertiertheit gönnt ihm ein auf schüchtern trainiertes Lächeln und das Erröten seinerseits signalisiert mir, dass er peinlich berührt ist.

Um ihn nicht noch zu animieren, widme ich mich mit gespielter Gleichgültigkeit der Zeitung und lasse den kalten Cappuccino unberührt.

Ich beschließe dieses "Bild" zu verlassen, welches ich für eine Stunde komplettiert habe.
Bald werde ich gegangen sein, mit einem süßen Nachgeschmack im Munde, an der Scheibe vorbei - dahinter das Bild - jetzt ohne mich; und augenblicklich darüber erschrocken, mich im Strom der zombiesierten Masse wiederzufinden.

Aufrechten Blickes durchbreche ich diese Erkenntnis und lache laut in leere Augen.

 

      Elise



inside/outside Café

   11.03.2011, 15:08



Wird von Tagebuch nach Entwürfe verlegt.
Elise




Views heute: 1.051 | Views gestern: 6.126 | Views gesamt: 5.495.115