augustine
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25.01.2008, 18:34 / 1 x geändert
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DER ONTOLOGISCHE GOTTESBEWEIS
Anselm von Canterbury, 1033/34 – 1109, PROSLOGION
Einführung und Übersetzung P. Franciscus Salesius Schmitt OSB
Stuttgart/Bad Cannstatt 1962, S. 83 und 85
"Ich versuche nicht, Herr, Deine Tiefe zu durchdringen, denn auf keine Weise stelle ich ihr meinen Verstand gleich; aber mich verlangt, Deine Wahrheit einigermaßen einzusehen, die mein Herz glaubt und liebt. Ich suche ja auch nicht einzusehen, um zu glauben, sondern ich glaube, um einzusehen. Denn auch das glaube ich: »wenn ich nicht glaube, werde ich nicht einsehen.«
Also, Herr, der Du die Glaubenseinsicht gibst, verleihe mir, daß ich, soweit du es nützlich weißt, einsehe, daß du bist, wie wir glauben, und das bist, was wir glauben. Und zwar glauben wir, daß du etwas bist, über dem nichts Größeres gedacht werden kann.
[…]
Und sicherlich kann »das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann«, nicht im Verstande allein sein. Denn wenn es wenigstens im Verstande allein ist, kann gedacht werden, daß es auch in Wirklichkeit existiere – was größer ist. Wenn also »das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann«, im Verstande allein ist, so ist eben »das, über dem Größeres nicht gedacht werden kann«, [etwas], über dem Größeres gedacht werden kann. Das aber kann gewiß nicht sein. Es existiert also ohne Zweifel »etwas, über dem Größeres nicht gedacht werden kann«, sowohl im Verstande als auch in der Wirklichkeit."

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