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rollerball
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24.01.2008, 19:06 / 1 x geändert
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Christina Rosetti
In the bleak midwinter, frosty wind made moan,
Earth stood hard as iron, water like a stone;
Snow had fallen, snow on snow, snow on snow,
In the bleak midwinter, long ago.
Our God, Heaven cannot hold Him, nor earth sustain;
Heaven and earth shall flee away when He comes to reign.
In the bleak midwinter a stable place sufficed
The Lord God Almighty, Jesus Christ.
Enough for Him, whom cherubim, worship night and day,
Breastful of milk, and a mangerful of hay;
Enough for Him, whom angels fall before,
The ox and ass and camel which adore.
Angels and archangels may have gathered there,
Cherubim and seraphim thronged the air;
But His mother only, in her maiden bliss,
Worshipped the beloved with a kiss.
What can I give Him, poor as I am?
If I were a shepherd, I would bring a lamb;
If I were a Wise Man, I would do my part;
Yet what I can I give Him: give my heart.
ÜBERSETZUNG
(ist doch schneller gegangen als gedacht!)
Mitten im kalten Winter macht des Windes Schrei´n,
die Erde hart wie Eisen, das Wasser hart wie Stein.
Schnee war gefallen, Schnee auf Schnee so schwer,
mitten im kalten Winter - lang, lang ist´s her.
Unser Gott, nicht Himmel noch Erde halten Ihn,
vor Seiner Herrschaft werden alle flieh´n.
Doch im mitten im kalten Winter ein Stall so karg
Jesus Christus, unseren Herrn, vor der Kälte barg.
Genug für Ihn, dem Cherubim huldigen bei Tag und Nacht
eine Brust voll Milch, ein Bett aus Heu gemacht.
Genug für Ihn, dem sonst Engel dienen
waren Ochs, Esel und Kamel statt ihnen.
Engel und Erzengel hätten Ihn dort umgeben,
Cherubim und Seraphim würden Ihn umschweben.
Doch nur Seine Mutter, jungfräulich rein
huldigte Ihm in Liebe mit einem Kuss allein.
Was kann ich Ihm geben, ich armer Mann?
Wär´ich ein Hirte, gäb ich Ihm ein Lamm.
Wär ich ein Weiser, ich wüsst´ Ihn zu grüßen.
Doch so leg ich Ihm nur mein Herz zu Füßen.

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zuppanova
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Bei der gesegneten Schreibhand des Hl. Translatius von Überlingen - das ging wirklich schnell, rollerball. Alle Strophen. Chapeau.
Stelle nun meinen bescheidenen Versuch auch dazu, bin aber über Strophe 1 nicht hinausgekommen. Bin eben kein Profi und hab die Erfahrung gemacht: es ist überhaupt gar nicht leicht. Füge auch hier noch einmal den choir-link ein, denn mir gefällt die Melodie und das Gewebe der Stimmen.
lg, zuppa.
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Im tiefsten, bleichsten Winter
Im tiefsten, bleichsten Winter
sang kalt der Wind sein Weh.
Verhärtet war die Erde,
zu Eis erstarrt der See.
Schnee fiel sacht die ganze Nacht,
es schneit und schneit.
Im tiefsten, bleichsten Winter,
vor langer Zeit.

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windflug
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26.01.2008, 14:04 / 1 x geändert
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Liebe zuppa,
diese erste Strophe gibt für mich genau die Essenz von Christina Rossettis wunderschönem Weihnachtslied wieder. Und ganz vielen Dank für die links, besonders zum Gloucester Cathedral Choir, den ich mir immer wieder anschaue und anhöre. Es gibt übrigens (Verlinken habe ich noch nicht gelernt) bei Youtube auch eine Aufnahme des "Song" ... interessant irgendwie.
Liebe Grüße,
windflug
P.S. Statt "es schneit und schneit" würde ich vielleicht "Schnee auf Schnee" schreiben, für mich ist das eines der schönsten Bilder des Gedichts.

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rollerball²
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Für mich klingt Zuppas erste Strophe sehr poetisch, auch cantabler als meine Version. Ob man "Schnee auf Schnee" oder "schneit und schneit" verwendet, ist wohl eher Geschmackssache, doch ist "bleak" definitiv nicht mit "bleich" zu übersetzen - diverse Wörterbücher bieten hier Lösungen wie "rau, kalt, scharf; kahl, öde, ungeschützt, windig, finster, freudlos, trübe" an; diesmal war ich vorsichtiger und habe dem "false friend" misstraut und lieber nachgeschlagen ...
LG, rollerball

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Jolante
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Danke Rollerball für die gekonnte Übersetzung, Danke zuppa für die melodische Nachdichtung der ersten Strophe. Ich würde "es schneit und schneit" stehenlassen, denn ich find den Reim sehr schön. Gut gefällt mir das Video mit dem Gloucester Cathedral Choir. Für mich ein echtes Fundstück.
Gruß Jolante

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zuppanova
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rollerball: danke für deinen korrigierenden Hinweis. War von Anfang an so auf bleich* versessen, dass ich nicht nachgeschaut hab. Bei korrekter Übersetzung von bleak wäre auf jeden Fall Deine Variante zu wählen. Dennoch lass ich meinen Versuch oben so stehen, wie er ist, mit dem Fehler, als Beispiel für einen Irrtum.
windflug und Jolante: ich wollte long ago gerne mit vor langer Zeit übersetzen und kam so zu dem es schneit, um das Reimschema zu erhalten. Rollerball zeigt die andere Möglichkeit, die sich anbietet, nämlich Schnee auf Schnee, und gelangt damit zu dem Reim so schwer - lang ist’s her. Darüber hatte ich auch nachgedacht, mich dann für schneit - Zeit entschieden.
Danke für Euer wohlwollendes Lesen, zuppa.
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* für mich ist diese erste strophe ebenfalls die essenz des gedichtes. hatte auch sofort ein bild dazu assoziiert: die beschriebene winterlandschaft überlagert von einem gesicht - bleich, starre züge ohne mimik, steinerne, ausdruckslose augen, atemhauch und stöhnen, ein geräusch wie ächzender wind.

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