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Kat
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Hallo!
Für meine Abschlussarbeit habe ich mir u.a. eben dieses nette Thema ausgesucht. Nach anfänglicher Freude, bereitet es mir nun eher Kopfschmerzen; vor allen Dingen in der Anwendung.
Findet sich hier jemand mit dem ich meine Theorie - wenn man sie nun so nennen mag - diskutieren könnte? In meinem Bekanntenkreis mangelt es, verständlicherweise, an kompetenten Ratgebern.
Danke schon mal allein für die Gewissheit, dass es auch andere Menschen gibt, die sich um so etwas Gedanken machen!
Kat

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zuppanova
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Kat, wenn Anfragen so ganz ohne Resonanz bleiben, finde ich das immer schade.
Magst Du Dein Problem noch etwas konkretisieren, differenzieren?
Welche Theorie z. B. Du auf welchen Text anwenden willst - den
Punkt, der Dir Schwierigkeiten macht, etwas einkreisen ...
evtl. kommen dann auch eher Antworten.
LG, zuppa

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Vladimir
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In der Uni haben wir einen Jauss-Text besprochen - seine Antrittsrede in Konstanz, wenn ich mich recht entsinne.
Ich fand den Ansatz, den Leser mehr miteinzubeziehen und auch den Autor als Leser zu berücksichtigen und zu untersuchen, inwieweit ein Hörer oder eine Hörerschaft auf das Geschriebene einwirkt sehr interessant. Da mach ich mir auch selber einige Gedanken.
Aber Jauss ist m.E. an irgendeiner Stelle falsch abgebogen.
Zum einen denk ich ist eine Differenzierung von Leserschaft oder Zielgruppe oder Publikum und Addressat von entscheidender Bedeutung. Mag sein, dass sich das bei manchen deckt - aber doch bei weitem nicht immer. So ist das "To Véra" am Anfang von Lolita mit Sicherheit von größerer Bedeutung für den Roman als die prüde, skandalsüchtige amerikanische Leserschaft.
Das zum einen. Zum anderen halte ich es für möglich, das, was Jauss den "Erwartungshorizont" nennt, zu objektivieren - oder wenn, dann kann man ihn nur allgemein objektivieren, als den einer gewissen Zeit/Schicht - dann wird aber das, was darüber hinausgeht im einzelnen - und darauf kommt es doch letztendlich an - immer ausgespart. Ein ganz großer Fehler ist es dann, die Qualität eines Werkes an seinem Verhältnis zum Erwartungshorizont abzulesen meinen zu können; dann hätte die Hegemann eben doch große Literatur geschrieben und man müsste bloß schocken oder überraschen.
Das war - im kurzen - noch übrig bei mir zu diesem Begriff. Hoffe das ging nicht ganz ins Blaue?
Gruß!
Vladimir

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Kat
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Ja, richtig.
Also, ich arbeite gerade daran Bénabous "Puorqoui je n'ai écrit aucun de mes livres" und Calvinos "Se una notte d'inverno un viaggiatore" auf ihren Umgang mit der Leserlenkung im rezeptionsästhetischen Sinn zu beschreiben. Dabei gehe ich davon aus, dass die Lektüre in oulipistischer Manier spielerisch (und wahrscheinlich auch mit Ironie) gesteuert wird.
Schwierigkeiten hatte mir meine Arbeitsstruktur gemacht, da ich davon ausging, dass ich das Werk sukzessiv durchgehen muss. Ich habe nun aber einen Weg gefunden das exemplarisch zu machen.
So, Jauß ist in der Hinsicht für mich von sekundärer Bedeutung. Ich konzentriere mich auf den eher wirkungsästhetischen Ansatz von Iser.
Ich denke übrigens nicht, dass intendierter und wirklicher Leser zwingend getrennt werden müssen. Der literaturhistorische Wert eines Textes ergibt sich ja erst, so wie ich das verstanden habe, durch den (realen) Leser. Somit wäre der intendierte Leser aus in einer rezeptionsästhetischen Rolle unnütz. Eher ist es die Differenz zwischen diesen beiden Instanzen, die etwas aussagt. Und da wären wir wieder bei dem "Schockeffekt", "Kritik" usw.
Danke!
Kat

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