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Vladimir
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Abgeschliffen die Fragen: Was bleibt? Wozu?
In den Gräsern, den Liedern bleibst du - nein,
verschwimmst, ver-
rinnst. (Und
redetest du - deine
Augen -
jetzt noch und täg- und wirklich, ich
könnt sie vielleicht
nicht ertragen...) Sie sprechen
dennoch. Sie schweigen.
Sie schweigen - ich muss reden:
Feuerleicht einst, in Blut-
nacht, in
Glutnacht ein-
gesunken - nun
erkaltet - hiev
ich
dich durch schmerzende ("Aber auch das, aber auch das...")
Eingeweide
zurück und
vielleicht, dass dich jemand erkennt.

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augustine
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29.11.2007, 21:37 / 3 x geändert
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Nun habe ich deinen neuen Text schon einige Male gelesen, aber komme mit meinem Verständnis nicht durch. Vielleicht macht ja jemand anders weiter ...
Die abgeschliffenen Fragen lese ich als die 'guten, alten', die all(t)bekannten Sinnfragen, und zwei gängige Antworten (Eingehen in den Kreislauf des Lebens, nachgelassene Werke) werden sogleich mit 'verschwimmen' und 'verrinnen' verworfen: die Erinnerungen werden unklar sein; beide Verben mit der durchstreichenden Vorsilbe 'ver-', beide wasserbezogen (bedeutungsvoll?).
Dann die Klammer (du liebst also Klammern): das angesprochene 'du' lebt noch, spricht nicht mit Sprache, aber mit den Augen, aber es schweigt auch mit den Augen; kann man das, wenn man lebt? Bewirken die schweigenden Augen das Reden-Müssen des sprechenden Ichs? "Feuerleicht" - eine Gegensätzlichkeit zu den Wasser-Wörtern des Anfangs? "einst" die Wortbedeutung, die sich auf die Vergangenheit bezieht (Gegensatz: "nun") "Glutnacht": eine gewesene Liebesnacht? (denn ja wohl kaum erkaltete Lava, die mir zuerst einfiel); und die "Eingeweide" und alles drumrum???
Vielleicht, dass jemand mehr erkennt.
Grüße von augustine

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augustine
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01.12.2007, 15:41 / 1 x geändert
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Dergleichen lässt mich nicht los. Vielleicht war der erste Deutungsansatz ganz falsch, und dies hier ist ein Rückblick auf eine Liebesgeschichte. Ja, das kommt mir jetzt viel 'richtiger' gesehen vor:
die "Gräser", niedergedrückt von den Körpern zweier, die sich darauf geliebt haben, die "Lieder", die sie miteinander hörten oder sangen oder erdachten; das Du antwortet nicht, nicht mehr; falls es doch redete: was wäre ...; das Ich könnte Gesprochenes vielleicht nicht "ertragen" (wie den Rilkeschen Engel...); die "Glut" vielleicht beides: die gewesene Liebesglut, nun erkaltet wie Lava;
"ich"
deshalb allein in eine Zeile gestellt
es schreibt dies Gedicht vielleicht gegen das so schrecklich schon beginnende Vergessen und holt unter Schmerzen die Erinnerung wieder herauf, auch die Erkenntnis, die schon 'geschluckt' worden war (versucht sie herauf zu holen, denn atmosphärisch wie "feuerleicht" kann sie nie wieder werden)...
Es ist auch "jemand" und unter dem Vorbehalt eines "vielleicht", der das Du nun erkennen könnte, ein anderer als der, der hier schreibt, dessen Verzicht ...
augustine mit Grüßen
wär' schön, du wärest einmal wieder vorbeigekommen, hättest dies gelesen und sagtest etwas dazu.

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Vladimir²
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01.12.2007, 20:45 / 1 x geändert
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Die zweite Deutung passt. Weiß gar nicht was ich da noch kommentieren oder ergänzen soll. Vielleicht den verneinten Reim der ersten beiden Zeilen, als Abwehr gegen allzuleicht daherkommende Realitäten?
Nein da ist wirklich vieles besser erkannt, als ich selber beschreiben könnte.
Dank für die Ausdauer!
Vladimir

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