| |
|
deadeternity
|
Edit 26.07.2010
- Faden von Kurzgeschichten nach Entwürfe verschoben - Elise
________________________________________________
Es war ein schöner milder Wintertag. Strahlender Sonnenschein, kein Schnee, kein Regen in sicht – einfach ein schöner warmer Novembertag. Vier junge Leute aus einem kleinen, verschlafenen Nest bei Dresden wollten diesen Tag nutzen um einen Tagesausflug zu machen.
Spontan hatten sie den Einfall, schlüpften in ihre Kombis, schwangen sich auf die Motorräder und verbrachten einen schönen Tag in der Fremde.
Als die Dunkelheit anbrach und die Zeit dahin schritt machten sie sich auf den Rückweg.
Der Abend hielt das ein was der Tag schon versprochen hatte – eine schöne klare Nacht gespickt mit einem klaren Sternenhimmel, einem vollen Mond und einer leeren Autobahn.
Die linke Spur war frei, keine Schleicher, keine Elefantenrennen und keine Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Der Drang der 4 nach Hause zu kommen war stark. Benji wollte zu seiner jungen Frau und seinem Sohn zurück. Maik wollte mit seiner Jesse ins warme Bett und Lena in die Badewanne und dann mit ihrem Freund telefonieren.
Übermütig verständigten sich die beiden Männer auf ein kleines Rennen.
Schon nach wenigen Minuten war Benji an der Spitze und führte vor Maik das Feld an.
Die beiden Frauen waren ein gutes Stück zurückgefallen. Zwar hatten sie ihre Geschwindigkeit auch erhöht, aber den beiden Jungs nachjagen wollten sie nicht.
Der LKW- Fahrer hatte schon einen langen Tag hinter sich. Er saß schon Stunden, Tage und Wochen hinter diesem Lenkrad, in diesem Führerhäuschen und sah immer nur das gleiche: gerade Strecken voll mit Teer, Autobahnen und Landstraßen, Tankstellen und Rasthöfe. Immer und immer wieder der gleiche Trott, aber er nährte sich seinem Ziel und damit seinem heutigen Feierabend. Der Tempomat und die Wärme im Führerhäuschen entspannten ihn er mußte nicht mehr tun, als das Lenkrad gerade, die Augen auf zu halten und hin und wieder zu bremsen. Es kam nicht all zu häufig vor, dass er die Chance hatte einen Kollegen zu überholen, doch jetzt in diesem Moment tauchte ein anderer LKW vor ihm auf. Er war langsamer als er und seine Maschine nährte sich unaufhaltsam an. Jeden Minute fraß er mehr von dem Abstand und gleich würde er auf der Höhe sein um überholen zu können. Er schaute in den Rückspiegel, ob sich auch kein PWK nährte und zog rüber.
Die beiden kleinen unscheinbaren Lichter sah er nicht.
Benji hatte inzwischen Abstand zwischen sich und Maik gebracht und führte ganz klar. Ein zufriedenes Lächeln breite sich über sein Gesicht aus, dann sah er das schwarze Ungeheuer auf sich zu kommen. Er konnte weder ausweichen, noch bremsen, noch beschleunigen. Er konnte sein Unglück nur auf sich zu kommen lassen.
Lena sah aus der Ferne was passierte. Der LKW schwenkte einfach zum Überholen aus. Aber ihr Bruder und ihr Schwager waren doch gerade auf gleicher Höhe. Sie konnte nicht fassen was sie sah, aber die Augen schließen konnte sie auch nicht. Ihr Bruder konnte der Blechlawine nicht entkommen. Für ihn gab es keinen Fluchtweg. Auch ihr Schwager war eingekeilt zwischen dem LKW und der Leitplanke.
Lena sah wie ihre Schwester geistesgewärtig am Gashahn zog um nach wenigen Metern eine Vollbremsung einzulegen, zu merken das sie falsch reagiert hatte und die Maschine zum fallen brachte um dem Ungetüm zu entkommen.
Der LKW- Fahrer hörte ein leises gedämpftes schreien, dann spürte er den Aufprall und ein Ruck ging durch die Fahrerkabine. Er trat sofort in die Eisen, kam zum stehen und stieg zitternd aus.
Lena rannte los. Zu ihrer Schwester, die wenige Augenblicke benommen auf dem Asphalt lag und sich dann langsam aufrappelte. Sie nahm ihre Umgebung kaum war. Ihr kam es vor als liefe alles wie in Zeitlupe ab. Ein böser Traum, ein Albtraum der gleich enden musste. Die Geräusche drangen nur gedämpft an Lenas Ohren, woran das lag wußte sie nicht. Sie rannte zu ihrer Schwester zog sie auf die Beine, frage sie ob alles okay sein und zog sie dann weiter zu ihrem Bruder.
Jesse befreite sich aus ihrem Griff als sie bei ihrem Verlobten an kam und Lena rannte alleine zu Benji weiter.
Was sie fand hatte wenig Ähnlichkeit mit ihrem Bruder, ihrem besten Freund. Das lächeln war verschwunden die strahlende Kombi mit etwas befleckt. Lena schob das Visier hoch und schrie ihn an er solle durchhalten. Er könne nicht gehen. Sie nicht alleine lassen. Nicht er. Nicht auf diese weise. Woran er jetzt dachte wußte sie nicht. Sie wußte nicht, ob er an seine junge hübsche Frau dachte oder an seinen kleinen 2jährigen Sohn oder ob er überhaupt dachte, ob er noch bei ihr war sie hatte nur den Gedanken, in bei Bewusstsein zu halten. Sie redete auf ihn ein und versuchte ihn zu schütteln. „Benji du musst bei mir bleiben. Du kannst nicht gehen“! Die Helfer die das Motorrad von ihm runterzogen nahm sie kaum war. Sie starrte auf ihre Hände. „Das ganze Blut – wo kam es her? Das Blut sollte in ihm sein und nicht mit jedem Herzschlag aus ihm rausgepresst werden. Er brauchte es schließlich. Nicht die Maschine, nicht der Asphalt und schon gar nicht ich“ ,dachte Lena.
Sie wußte nicht wieviel Zeit vergangen war, wie lange sie dort kauerte, sie wehrte sich mit all ihrer Kraft gegen die Hände die sie von ihm wegzerrten wollten. Schlug um sich und schrie all ihren Unglauben heraus. Hörte nicht die Sirenen, sah nicht die Leute in grünen Uniformen und roten Jacken die sich nährten, dass einzige was zählte war ihr Bruder.
Als Lena das nächste Mal ihre Umgebung wahr nahm lag sie auf einer Barre. Um sie herum war alles weiß, es roch steril und als sie sich aufrichtete war eine Krankenschwester bei ihr die gleich angelaufen kam. Sie solle sich wieder hinlegen, der Arzt würde gleich kommen. Lena schaute sich um. Ihre Kombi lag auf dem Boden. Sie war voller Blut. Das Blut ihres Bruders.
Sie schloss die Augen wollte schreien, weinen, aber die Erinnerung an den gequälten Blick, dass stöhnen ihres Bruder lies sie verstummen.
Das mußte ein böser Traum sein, das konnte, durfte nicht die Wirklichkeit sein.
Der behandelnde Arzt erschien wenige Augenblicke später und berichtete ihr, dass sie bis auf ein paar Kratzer und blauer Flecken unverletzt sei. Sie stehe aber unter Schock daher werde sie die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus verbringen. Lena nahm all ihre Kraft zusammen und fragte nach ihrer Familie. „Wie gehe es Jesse, Maik und Benji“? Jesse sei nebenan sagt der Arzt sie werde noch untersucht, die beiden Männer wären im OP – sie mußten eine Notoperation einleiten. Gewissensbisse beschlichen Lena hatten sie doch Maik völlig ignoriert und sich nur um Benji gekümmert. Sie wolle zu ihrer Schwester beschied sie dem Arzt und die Schwester brachte sie rüber.
Jesse lag ebenfalls auf einer Barre, auch ihre Kombi lag Blutverschmiert auf dem Boden. Das Blut von Jesses Verlobten ging es Lena durch den Kopf. Langsam hob sie den Kopf, ging auf Jesse zu, berührte sie an der Schulter, weil sie ihrer Stimme nicht vertraute.
Die Berührung lies Jesse den Kopf heben. Zwei leere Augen schauten Lena an. Die Qual, der Schrecken, die Sorge, die Schmerzen ließen Jesses Augen stumpf und ausdruckslos wirken. Sie wußte nicht was sie sagen sollte. Welche Worte wären die Richtigen in so einem Fall? Beide wußten es nicht.
Schritte und Stimmengewirr drang an ihre Ohren, die Tür zum Behandlungszimmer öffnete sich und 2 Elternpaare, ihre kleine Schwester Maxi und Benjis junge Ehrefrau, schoben sich durch die Tür.
Lena hatte das Gefühl als setzt ihr Herz aus. Wie sollte sie das ihren Eltern, ihrer Schwägerin, ihrem Neffen erklären? Ihre Eltern schienen noch nicht über den Ernst der Lage aufgeklärt worden zu sein. Sorgenvolle Blicke ruhten auf ihr und die Frage wo Maik und Benji sei zerschnitten die Luft genauso wie die Frage was passiert sei. Jesse lag noch immer auf der Barre, ihren Blick auf ihre Eltern gerichtet. Lena setzt sich zu ihr. Wie sollte sie die Kraft aufbringen über das eben erlebte zu reden, wenn sie noch nicht mal wußte, ob sie nur träumte. Sie hoffte so sehr das sie wirklich nur träumte, aber wenn, dann wollte sie endlich aufwachen.
Sie hörte eine Stimme sagen, dass der LKW einfach rübergezogen sei. Benji und Maik hatten keine Chance. Mama, Papa, sie hatten keine Chance.
Lena sah wie etwas in den Augen ihrer Mutter zerbrach. Diese drehte sich hilfesuchend zu dem Arzt der ihr mitteilte, dass ihr Sohn gerade operiert würde und er nicht sagen könne wie es ausgehe.
Ihren Töchtern gehe es bis auf Prellungen, Kratzer, blaue Flecken und einen gebrochenen Arm soweit gut. Da sie unter Schock ständen würden sie die Nacht im Krankenhaus, zur Beobachtung, verbringen, wenn sie wollten würde er sie zur Wartenhalle bringen um die Ergebnisse der Operation zu erfahren, sowie sie fertig wären, wie lange seine Kollegen allerdings brauchte, könnte er ihnen nicht sagen.

|  |
deadeternity²
|
Lena konnte ihrer Familie nicht in die Augen schauen. Ihre Mutter stand unter Schock und weinte unaufhörlich, ihr Vater versuchte für seine Familie stark zu sein, ihre Schwägerin hatte ein leichtes Medikament bekommen um den Schock besser verarbeiten zu können. Da saßen sie nun im Wartesaal. Apathisch jeder für sich. Keiner sagte etwas nur leise weinen war zu hören.
Lena kam ihr eigener Herzschlag sehr laut vor. Sie saß da und jedes Mal, wenn sie die Augen schloß, waren die Rücklichter des LkW’s wieder da. Das Geräusch, das furchtbare Geräusch, der Schrecken und jetzt das warten. Gibt es etwas Schlimmeres?
Die Operation war geschafft. Der Arzt zog den Kittel aus, wischte sich den Schweiß von der Stirn und atmete tief ein. Wie sehr er solche Situationen haßte. Er war gerne Arzt, er war auch ein guter Arzt, aber er war bis heute nicht daran gewöhnt Leute schlechte Nachrichten zu überbringen. Die Familien erwarteten immer, dass sie Wunder vollbringen konnten, dass sie Halbgötter in Weiß waren und jeden retten konnten konnten. Nach einer gelungenden Operation ging er gerne raus und überbrachte die Ergebnisse. Die Erleichterung war dann praktisch zum greifen. Die Last die von den Angehörigen abfiel sah mal ihnen deutlich an, aber jetzt, jetzt hatte er keine guten Nachrichten.
Der zog noch einmal die sterile, verbrauchte Luft ein, öffnete die Tür und ging auf die Wartenden zu.
Lenas Mutter sprang auf als sie den Arzt sah. Das die Operation soweit gut verlaufen sei erleichtere sie ungemein, als der Arzt allerdings weitersprach hatte sie das Gefühl als falle sie in einen tiefen Abgrund.
„Sie wissen nicht, ob er überleben wird“. „Er hat sehr viel Blut verloren“. Sie beiden Sätze hallten ständig in Lenas Kopf wieder. „Blut. Sein Blut, davon ist genug an mir“. Sie fühlte es praktisch wie es auf ihrem Körper war. Sie versuchte es von sich zu wischen, aber das Gefühl war immer noch da und es ging nicht weg.
Eine Schwester redete auf sie ein, aber die nahm die Worte und den Schmerz der Injektionsnadel nur am Rande war. Nach wenigen Minuten tat das Schlafmittel seine Wirkung und sie dämmerte weg zu dem Unfall, dem Schrecken und den ausdruckslosen Augen ihres Bruders.
Als sie am nächsten Morgen erwachte hatte sie kurzzeitig das Gefühl als wäre alles nur ein böser Traum gewesen aber die Hoffnung hielt nur so lange an, wie sie die Augen geschlossen hielt. Kaum war sie sich ihrer Umgebung bewußt, den Sonnenstrahlen und des Vogelgesangs hätte sie am liebsten vor Wut geschrien. Wie kann es sein, dass das Leben einfach so weiter geht als wäre nichts geschehen? Wie können die Vögel singen und die Sonne scheinen bei dem was gestern passiert ist?
Neben ihr lag Jesse. Auch sie schlief noch. Sie wimmerte leicht und warf sich unruhig im Bett hin und her. Lena wußte wie es ihr ging. Sie wußte was ihre Zwillingsschwester im Traum durchlitte auch sie war in der Nacht dort gewesen. Sie saß im Bett und überlegte gerade ihre Schwester aus der Traumwelt zu holen als eine Krankenschwester die Tür öffnete, ihr etwas zu Essen brachte und ihr sagte, dass sie ihre Schwester nicht wecken solle, da der Schlaf für Leute im Schockzustand die beste Methode sei mit dem fertig zu werden was sie erlebt haben.
Bedächtig nickt Lena und fragte sich warum sie dann schon wach sein? Warum haben sich ihr Körper dazu entschlossen sie an dem Geschehen zu beteidigen? Wieso mußte sie bei Bewußtsein sein und mitbekommen wie es jetzt weiter geht?
Ihr Bruder läge immer noch auf der Intensivstation teilte ihr die Schwester mit und ob sie zu ihm wolle ihre Eltern wären auch schon da.
Lena war zu einem schwachen nicken fähig. Die bemerkte die Tasche die neben ihrem Bett stand, zog sich einen Jogginganzug an, einen Bademantel darüber und ging zur Intensivstation.
Ihre Eltern standen vor dem Sichtfenster und schauten zu ihrem Sohn hinein. Benji hing an lauter Maschinen, Kabeln und Schläuchen und das leise monotone Piepen teilte allen mit, dass sein Herz noch schlug und er unsere Welt noch nicht verlassen hatte.
Lena war heiß. Sie lehnte sich mit dem Kopf an die Kühle Scheibe und betrachtete das blasse Geschöpf das ihr Bruder sein sollte. Sie konnte es nicht fassen. Noch vor ein paar Stunden war er das blühende Leben. Hatte mit seinem Sohn gespielt, mit seiner schwangeren Frau einen Spaziergang gemacht und jetzt lag er dort. Sie suchte nach einem Merkmal, dass es nicht ihr Bruder sein, dass es eine Verwechslung gegeben habe und gar nicht er auf dem Motorrad gefahren ist, aber sie fand keins.
Ihre Eltern nahmen sie in den Arm. Ihr Vater fragte wie es ihr gehe und ihre Mutter weinte nur.
Und dann kam die Frage wovor sie die ganze Zeit Angst gehabt hatte. Die Frage wie das passieren konnte. Lena versagte die Stimme, ihre Augen füllten sich mit Tränen welche sich unbarmherzig den Weg durch ihr Gesicht bahnten. Sie konnte nicht reden, sie konnte nicht antworten und schon wieder alles durchleben. Sie fragte sich schließlich immer wieder selbst wie es passieren konnte.
Ihr Vater löste sich nach einer Unendlichkeit von ihr und verabschiedete sich mit den Worten, dass die Straßenmeisterei die Maschinen liefern würde er müßte jetzt nach hause um sie in Empfang zu nehmen. Beklommen stand sie da bei dem Gedanken daran, dass der Schrecken des Unfalls auf so brutale Art und Weise ihr Elternhaus heimsucht.
Lenas Vater stand am Fenster als er den Anhänger kommen da. Auf diesem befanden sich 2 Motorräder und zwei Klumpen. Bei der Erinnerung, dass er die Maschinen vor knapp 2 Jahren ausgesucht und hergerichtet hatte um sie seinen Kindern zu schenken wurde ihm ganz schlecht. Wie viel Zeit sie mit Schrauben, den Entwürfen und schließlich bis zu individuellen Bemalung der Maschinen investiert hatten und jetzt. Er erkannte die Maschinen kaum wieder.
Er ging raus, seine jüngste Tochter Maxi war bei ihm und klammerte sich an ihm fest.
Als die Männer mit dem Ausladen fertig waren stand der vor dem Metalschrott das einmal das heißgeliebte Motorrad seines Sohnes gewesen war. Er war wie betäubt, fühlte nicht den Wind, hörte nicht die Vögel, aber als sich ein blonder Haarschopf begleitet mit einer hellen Kinderstimme in sein Geschichtsfeld schoben war es schon zu spät.
Seine Schwiegertochter hatte ihren Sohn von der Kita abgeholt und würde gleich das Grundstück betreten. Er wußte nicht wie er ihr den Anblick ersparen sollte. Ein Schrei riss ihn aus seiner Trance. Neben ihm stand Nadine. Ihren kleinen Sohn an sich gepreßt und starrte die beiden Schrotthaufen an die einmal ihrem Ehemann und Bruder gehörten. Eine schwarz, dunkle Schicht überdecke beide Motorräder. Gras, Staub, Dreck klebte an ihnen, „dass gehört hier nicht hin“ ging es Nadine durch den Kopf. „So dürfen die Maschinen nicht aussehen. Mein Gott“!
Als Nadine das erste nächste Mal die Augen aufschlug lag sie in einem weißen Zimmer. Neben ihr standen 2 Betten. Das eine war leer in dem anderen lag Jesse. An Nadines Bett saß Lena und ihre Eltern. Sie sahen schrecklich aus. Der Schrecken und die Trapazen der vergangen Nacht ließen sich 1:1 in ihren Gesichtern lesen.
Ihre Mutter streichelte sie und erklärte ihr, dass sie in Ohmacht gefallen wäre, als sie die Maschinen gesehen habe. Der Notarzt hat einen schweren Schock festgestellt und aufgrund der Schwangerschaft sei sie eingewissen worden.
„Benji? Mein Bruder? Leon?“ Waren die einzigen Wörter die sie zustande brachte. Ihre Eltern versuchten sie zu beruhigen. Ihr Sohn sei bei Maxi, Benji läge im Koma aber sei Zustand sei Augenblicklich stabil und ihr Bruder Maik läge ebenfalls stabil auf der Intensivstation zur Beobachtung.
Lena hat den Unfall fast unverletzt überstanden.
Ihre Schwester Jesse ist mit ein paar Kratzern und einem gebrochenen Arm davon gekommen.
Ihr Verlobter Maik wurde 1 Wochen nach Jesse entlassen. Er hatte einen komplizierten Beinbruch und muß eine Physiotherapie machen – allerdings ist es ungewiß, ob er das Bein jemals wieder komplett schmerzfrei benutzt kann.
Nadine ist nach einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie hat mittlerweile ihre kleine Tochter zur Welt gebracht.
Benji ist fünf Tage nach dem Unfall gestorben. Er hinterläßt einen 2jähringen Sohn, ein ungeborenes Kind und seine Ehefrau nach nur 3 Monaten Ehe.
Wir trauern um einen Sohn, Ehemann, Vater, Bruder und Freund.
Das Leben kann innerhalb von wenigen Sekunden vorbei sein. Egal ob man seine Träume verwirklicht hat oder nicht. Egal ob man noch viel vor hat, plant und erleben will man sollte nicht vergessen wie kostbar und zerbrechlich das Leben ist.

|  |
Gretchen
|
... auf der Autobahn abends um zehn ...
Mannmannmann,
da bleibt kein Auge trocken und dem Leser mal wieder nix erspart. Nee, will dir den Spaß nicht verderben, deadeternity, und auch kein böses Gretchen sein, abba kuck maa:
du nimmst
1) einen mageren Plot, sonn’ richtiger Schrumpfplot iss dat, den du durch Aneinanderreihung aller auch nur annähernd in den Zusammenhang passenden Klischees, deren du habhaft werden konntest, auf knapp groschenromankompatiblem Sprachniveau
2) bis zur Schmerzgrenze (nee, drüber, wenn ich ehrlich bin) aufblä(h)st. Dadrüber kippst du, damit dat Allett nicht so geschmacklos bleibt,
3) ordentlich Tränendrüsensekrettragik á la the good ones always die young and Mutti cries warumwarumwarum?, sowie auch, der Textfarbigkeit zuliebe,
4) circa nen dreiviertel Liter Blut. Um den Familiensagatouch rübbazubringen (macht sich immer, waa!), wirfst du großzügig
5) mit Namen (die könnten eigentlich alle Kevin heißen) und Verwandtschaftsbeziehungen rum, und irgendwer iss auch noch schwanger, ja-von-wem-jetzt-denn-gleich-nochmal? Das Beste, nee: der Beste ist
6) der Arzt: trotz seines Berufs ein echter Mensch geblieben, so wie du und ich, so nen ganzganz GuterEhrlicher und garkein Halbgott in weiß - wer jetzt noch nicht gerührt ist, den rührts nimmermehr. Also, ich würd dat mal entweder
7) bei Bastei-Lübbe anbieten oder bei Kelter (= noch mehr auswalzen und den Azzt so richtig mitten inn’ Mittelpunkt stellen, dann isset gleich ne Doktor-Norden-darf-nicht-sterben-Story), oder aber, andere Variante, brutal
8) auf ein Viertel zurückdampfen (Kurzgeschichte), mit Goldgeist Forte gründlich entklischee-isieren, komplett neu aufbauen und zum Abschluss
9) nen nettes Rechtschreibprogramm drüber jockeln lassen bzw. (noch besser) sonn’ menschlichen Korrekturleser, der weiß, was er tun muss: der flickt dich dann die Grammatik gleich auch noch zurecht (two in one). Den Hinterbliebenen möchte ich gern
10) so watt an die tränenden Herzen legen. (Hab ich geklaut. Aus lost sein Profil.)
Okeeh, damit iss das Maß ersma voll. Wollte weder deine Gefühle noch dich verletzen noch schmähen noch sonstwas Gemeines tun, happ nur über den Text gesprochen, und: der iss nun mal so, dass zumindest mir nix anderes dazu einfällt.
Gretchen grüßt.

|  |
deadeternity²
|
ich habe nur eine wahre geschichte verarbeitet tut mir leid, wenn es dir zu zu 0815 war
was genau meinst du denn mit plot?

|  |
|
|