Schattenlicht · Jolante · ·


Psyche · Forum für Literatur & Germanistik
 

Neue Beiträge   |   Registrierung   |   Lesungen Literatur auf YouTube - Gedichte - Forum für Literatur und Germanistik  |   dradio   |   Archiv   |   l o g i n

 
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Leseliste
~ Forenliste
~ Gäste-Chat
Literatur
~ Impressum

  Online

  Lesungen

  Piep, piep, piep...

  Aktuelle Themen

Texte zitieren auf literature-online.de

welt

Kipp-Phänomene: Brillante Rhetorik

Reise durch lit-on

Mein Buchhändler

Dichte Reime

Zwei Gedichte

Enjambements in Heyms Berlin III

G7sus4 (12-string) --> für chantal

Vatnajökull (prisma)

Achrad (6)

Trahisa (5)

Letzte Nacht

Straße

Glück ^^ Meine schönsten Aporismen !!!!!!!

Feierabendland

Ein Dogma

Distanz

in die nacht

Jahrestage


 

      Jolante



Schattenlicht

   23.10.2007, 22:41 / 1 x geändert



Regen trommelt monoton an meine Fenster
Nässe dringt durch ihre Ritzen
Graues Schattenlicht ruft die Gespenster
Die wartend schon in meiner Seele sitzen

Sie tanzen im flackernden Kerzenschein
Einen wiegenden Elfenreigen
Sie flüstern bei Chopin-Musik
Worte die nichts verschweigen

Erinnern mich an verlorenes Glück
Hüllen in Melancholie mich ein
Lassen sanfte Träume zurück
Träumend bin ich nicht mehr allein

 

      augustine



RE: Schattenlicht

   25.10.2007, 20:17



Ich geb' zu, liebe Jolante: ich hab' deinen Text glatt übersehen. (Dabei hatte ich mir durchaus gedacht: warum hört/liest man denn jetzt nix von ihr ...)
Also ich lese: eine Balance zwischen dem monoton trommelnden Regen und der Gräunis draußen, die leicht die dazu immer bereiten Seelengespenster herausrufen könnte, damit sie die Macht übernehmen. Das würde man bei diesem Anfang erwarten, jahreszeitengerecht, würde nicht schon die Überschrift einen Ausgleich signalisieren. Und dann: es sind Kerzen angezündet gegen nass und grau und noch mehr: die Kerzen bewegen die Gespenster, ihre eigene etwas hakelige Bewegung (flackern) noch schöner aufzunehmen: als "einen wiegenden Elfenreigen", als vertrautes, sehr offenes, erinnerndes Flüstern der Seele bei Chopin-Musik (wird eine bestimmte Bedeutung haben). Alles ist auf einen leisen Ton gestimmt.
Die dritte Strophe verwirft die zweite nicht, in der Erinnerung ist Melancholie, aber nicht Depression.
Ein dialektischer Dreischritt fällt mir noch ein: These, Antithese, Synthese (wenn das nicht zu hirnig ist). Mit solcher Synthese lässt sich gut leben, scheint mir.
Metrisch würde ich noch feilen; mit Trochäen beginnst du, also ohne Auftakt (lang kurz, eher hartes Metrum), aber ab Z. 4 sind sie nicht mehr immer da. In der mittleren Strophe gibt's, dem Tanzrhythmus entsprechend, einige Daktylen (lang kurz kurz, z. B. "wiegenden"). Idee: diese ganze Strophe daktylisch machen, die dritte vielleicht durchgehend jambisch (kurz lang, also das eher weiche Metrum). Entschuldige die Belehrungen, Jolante; du hast sie sicher gar nicht nötig; ich wollte mich eher allgemein verständlich ausgedrückt haben.
Und außerdem finde ich das jetzt im Schreiben sehr reizvoll: den Sinn (wenn ich ihn richtig verstanden habe) auch im Metrum ausdrücken.
Liebe Grüße von augustine

 

      Gretchen



RE: Schattenlicht

   29.10.2007, 07:19



Heiala Jolante,

was mir total auffiel gleich beim ersten Lesen, war die starke Veränderung im Metrum. Hat augustine ja schon ausgeführt. Habb auch versucht, das mit dem Inhalt abzugleichen, und passt zum Reigentanz ab Strophe zwei. Unterstreicht auch die Weichzeichnung von Schattenlicht, nimmt den Gespenstern das Furchterregende - kommt fast so was kindlich Vertrauendes herein, durch das Tänzerische.
Du schreibst alle Zeilenanfänge groß: insofern noch 1.Str./4.Zeile angleichen? Auch 2.Str./2.Zeile?

Kleine Pünktchengrüße vom Gretchen.




Views heute: 5.740 | Views gestern: 5.897 | Views gesamt: 5.493.678